Leben
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So sind wir dabei! AfD Argumente in der Verwandschaft. Lasst uns reden.

Heute, am 20.09.2019, war der große Klima Streik und ich schreibe seit längerer Pause das erste Mal. Nicht um über den Streik zu berichten, bzw. nicht um über die Leute zu schreiben die am Klimastreik teilgenommen haben, sondern über einen Austausch, mit jemandem der es nicht tut.

Auf die Frage an eine Verwandte, ob sie heute mit streiken geht, bekam ich ein Video mit einem Interview eines AfD Politikers und Klimaskeptikers. Dazu die Worte “So sind wir dabei!” gefolgt von mehrere Aussagen, die mein Herz zum Stocken gebracht haben.

Wie konnte das passieren? Bin ich verwandt mit Menschen die AfD Argumenten glauben? Wie konnte sich so etwas in meine Verwandtschaft einschleichen? Wir kommen doch aus dem gleichen Nest, wir teilen gleiche Grundwerte, eine gemeinsame Vergangenheit? Was ist passiert?

Ich dachte erst “ah, die Verwandte ist auf Populismus reingefallen. Das ist leicht zu beheben”, also schicke ich ihr einen Artikel aus der Zeit-Online, wo steht, dass es sich in der Tat um Populismus handelt, warum es gemacht wird, was die Motive sind etc.. Ich war naiv. Nein, einmal auf der anderen Seite angekommen, funktioniert es genau wie beim einsinken in Verschwörungstheorien. Sie nutzt das Wort nicht, aber im Prinzip formuliert sie es. “Lügenpresse”.

Wenn ich mir überlege wie ich dieser Situation verhelfen kann, stoße ich nur auf Sackgassen in meinem Kopf. Ich bin so wütend, dass ein kluger, lieber Mensch die furchtbaren, populistischen und leugnerischen Argumente verinnerlicht hat und daran glaubt.

Unser Planet

Mittlerweile ist es Abend und ich habe auf Netflix den Film “Unser Planet – hinter den Kulissen” angesehen. Ein super spannender Film über die Filmteams und deren Abenteuer beim Dreh. Die letzte Szene in diesem Film, hat mich so bewegt, dass ich nicht mehr wusste, wohin mit meinen Gefühlen. Wohin mit meinem Leid der Empathie. Ich möchte nur noch weinen und bekomme eine solche Wut!

Was in der Szene passiert ist?

Seelöwen die Berge steigen. Warum tun diese riesen Tiere das? Seelöwen rücken immer bis zum Kern des Rastplatzes auf, denn sie wissen dass hinter ihnen noch viele andere Seelöwen an Land kommen wollen und Platz ist ein sehr rares Gut. Normalerweise wäre an dieser Stelle eine Eisscholle oder Schnee, den gibt es aber jetzt nicht mehr. Durch den Klimawandel hat sich der Lebensraum an den ohnehin schon extremen Ecken der Welt, bislang am stärksten ausgewirkt. Und nun klettern Seelöwen Abhänge hoch. Mit ihren schlechten Augen, ohne Hände und Beine. Sie sind nicht dafür gedacht über hohe Klippen zu navigieren und so stürzen die unbedachten, tonnenschweren Tiere die Berge herab. Da sie keine Extremitäten haben um sich festzuhalten oder sich in der Luft zu drehen, stürzen sie einfach kopfüber, ungeschützt die metertiefen Steinschluchten herab und prallen dabei immer wieder gegen schroffe Felsen. So brutal, so schmerzhaft. Ohne die Gnade eines sofortigen Tods, sterben sie erst viel später an ihren inneren Blutungen. Mir zerspringt die Brust, ich bekomme keine Luft mehr. Und so endet der Film. Ganz ohne zu versuchen, die Stimmung wieder aufzuheitern.

Es geht nur gemeinsam!

Wir reden immer von 5 vor 12. Leute – das stimmt nur noch hier in der Mitte der Erde. An den extremeren Klimaregionen der Erde ist es bereits 20 nach 12. Und in dem Moment ärgere ich mich, dass ich so lange nicht geschrieben habe, dass ich meinen Aktionismus vernachlässigt habe. Wir müssen mehr tun! Viel mehr!

Ich weiß, ich bin noch lange nicht perfekt in meinen Handlungen. Aber wie hieß es in einem weisen Spruch? “Es geht nicht darum, dass eine/r sich am nachhaltigsten von allen verhält, sondern darum, dass alle mindestens ein bisschen nachhaltiger werden”.

Ich kann mein Leben natürlich immer noch weiter optimieren in Richtung Nachhaltigkeit. Aber so ein Lonesome Warrier macht kaum einen Unterschied. Wir müssen gemeinsam gegen die Umweltzerstörung vorgehen. Und zwar mit allen AfD, ÖVP und Co Wählern.

Und genau an jene möchte ich mich jetzt wenden. Und zwar nicht mit Wut – nein, gar nicht. Ich habe nicht vor die Brücke zu zerschlagen, die uns wieder zusammen bringen soll. Wir kommen (offensichtlich) aus der gleichen Ecke. Unser Herz schlägt für die gleichen Dinge.

Unsere Gemeinsamkeiten halten uns zusammen

Lasst uns doch kurz hervorheben, wo die Gemeinsamkeiten liegen:

  • Wie lieben unsere Familie und möchten sie beschützen
  • Deutschland ist OK, kann man gut aushalten hier
  • Wir lieben die Natur und möchten, dass es den Lebewesen in ihr gut geht
  • Wir finden das Wetter gut. Aber die letzten Jahre war es echt krass heiß, und die Winter sind nicht mehr das, was sie mal waren.
  • Wir möchten uns informieren und hinterfragen Dinge kritisch

Jetzt ein Punkt den ich zwar anders sehe, aber wo es immer noch einen gemeinsamen Nenner gibt:

  • Flüchtlinge sollten nicht nach Deutschland kommen

Der gemeinsame Nenner: Sie wollen eigentlich auch nicht. Aber, sie haben kaum eine Wahl (wegen Klima, Krieg und unzumutbaren Umständen, die ziemlich sicher ihre Wurzel entweder in unserem Konsumverhalten oder sonstigen westlichen Vergehen haben). Also wollen wir alle, dass es keine Flüchtlinge mehr gibt und am allermeisten – die Flüchtlinge selber.

Das hört sich alles super an. Genug für eine gemeinsame Basis. Mehr brauchen wir gar nicht.

Unsere Umwelt und Familien vor Umweltkatastrophen schützen

Um die Familie und unsere deutsche Umwelt zu schützen braucht sie einen Planet und Luft zum atmen. Also kann das Ziel nur sein, den ganzen Planeten zu schützen, denn die Erdatmosphäre kennt keine Grenzen.

Der ersten Haken unserer unterschiedlichen Ansichten: “menschengemachter Klimawandel”. Klimawandel-Skeptiker reden von großer Volksverarsche, es gibt keine Beweise. Der Klimawandel ist wie Homöopathie – man kann dran glauben, oder man macht sich das Leben leichter und lässt es.

Aber 97% der Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel den wir seit Mitte des 20sten Jahrhunderts erleben, größtenteils Menschen gemacht ist. Die Sicherheit und Beweislage laut Weltklimarat IPCC liegt bei 95 – 100%.

Also nur 3% der Wissenschaftler sind Klimawandel-Skeptiker. Wie z.B. das Eike Institut, welches offen mit der US-Ölindustrie kooperiert. Sie streuen gezielt Zweifel, die dankbar angenommen werden, ich vermute von Menschen, die nicht Schuld sein wollen, oder die ihren liebgewonnen Luxus beibehalten möchten ohne Reue. Die Ölindustrie und Co. fängt diese Menschen auf und gibt ihnen eine alternative Erklärung für den Klimawandel. Hängt ja viel Geld am Öl. Es ist nicht gut für diese Industrie es kritisch zu hinterfragen.

Die unangenehme Wahrheit beim Klimawandel ist nämlich, wie gesagt: er ist mit bis zu 95 -100%iger Sicherheit menschengemacht. Wir ALLE müssen demnach etwas tun. Darauf hat niemand Lust und Zeit. Das macht das Thema extrem unbeliebt, auch in der Politik. Und man glaubt am Schluss, was man glauben will. Das spielt der Ölindustrie in die Karten.

Eines müssen alle Skeptiker aber wissen: wenn wir auf die endgültigen Beweise warten wollen – dann ist es zu spät! Eine unumstößliche 100%tige Sicherheit kommt halt erst – wenn die Welt schon untergegangen ist. Meine Mutter sagte immer “das Leben lernt man immer Rückwärts”.

Es ist eigentlich auch nicht so wichtig ob wir an den menschengemachten Klimawandel glauben

Ob ich an den menschengemachten Klimawandel glaube oder nicht, braucht mich aber nicht von nachhaltigem Handeln abhalten.

Ich frage mich, warum an der Stelle überhaupt streiten? Spielt es denn eine Rolle? Ich brauche mir ja nur sagen “hey, das Stück Plastik, dass du gerade in den Händen hältst, wird nicht mehr abgebaut, sondern zersetzt sich nur in kleinere Teile und verteilt sich in der ganzen Welt und z.B. in dem was du isst und trinkst”. Das reicht mir als Argument. Aber es ist ja noch schlimmer, denn Plastik wird aus Erdöl hergestellt. Das Problem mit Erdöl ist vielseitig, dreckig, Umweltkatastrophen etc., aber für AfDler und Co sollte v.a. interessant sein – es kommt nicht aus Deutschland. Lasst uns also einfach einigen – kein Plastik mehr. Egal aus welchem Grund.

D.h. frisch, lokal auf dem Gemüsemarkt einkaufen, eigenen Beutel und eigene Schalen dabei haben. Eigenen Mehrwegbecher für den To-Go Kaffee. Dafür gibt es auch fast überall Rabatte auf den Kaffe. Die Unverpacktläden, Lebensmittelretter, Food-Sharing, Marktschwärmer und viele neuen Möglichkeiten kennen lernen. Das ist alles andere als lästig, sondern nur Gewöhnungssache.

“Hey, die Braunkohle die in den RWE Kraftwerken in NRW verbrannt wird, verpestet die Luft bis hoch nach Norwegen”. Das reicht mir schon um zu sagen “oops, dann schau ich mal, dass ich dem Verein nicht mein Geld gebe”. Aber was sind die Alternativen? Ja, witzig – ausgerechnet da bringt die “Alternative für Deutschland” keine alternativen Vorschläge, sondern beharrt auf alten Strukturen.

Ist Kohle nachhaltiger als Windräder?

Wie Trump sagt “die Kohle muss bleiben, Leute verlieren sonst ihre Jobs”, die AfD fügt hinzu “genau, und außerdem, Windräder lassen Vögel und Fledermäuse sterben”. Ja, so argumentieren se. Weil es können.

Aber ich kann auch: Die Kohleindustrie erfordert, dass ganze Landstriche zur Abbruchkante werden, daraus entstehen riesige Mondlandschaften, groß genug, dass man sie aus dem All sehen kann. Siedlungen werden wie Topfpflanzen umgetopft. Menschen verlieren ihre Heimat, werden entmachtet. Die Umweltschäden sind enorm. Niedliche kleine Maulwürfe, seltene Vögel die letzten deutschen Urwälder verlieren ihre Heimat und werden gerodet. Anders wie bei Windrädern, kommt das hinzu: “Allein die vier großen RWE-Braunkohlenkraftwerke im Rheinland emittieren jährlich etwa 1.473 Tonnen der gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikel. Dazu kommen etwa 1.500 Kilogramm des Nervengifts Quecksilber und ein Mix aus Cadmium, Arsen, Blei, Zink, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Schadstoffen. Und das trotz vermeintlich bester Filtertechnik…Kohlekraftwerke sind als punktförmige Emittenten radioaktiver Substanzen schon seit langem bekannt. Bereits 1978 wies das international renommierte, allerdings atomfreundliche amerikanische Oak Ridge National Laboratory (ORNL) darauf hin, dass die radioaktive Belastung im Umfeld kohlebefeuerter Kraftwerke sogar noch höher sei als in der Umgebung von Atomkraftwerken.” (BUND)

Klar blutet mein sensibles Herz für die Opfer der erneuerbaren Energien, hier gibt es unbedingt Verbesserungsbedarf, aber sie sind trotzdem die schonendste Lösung für die Umwelt. Und damit ein Schritt in die richtige Richtung. Kohle richtet aber nicht nur ein paar Tierchen hin, sondern gleich Teile des Planeten und die Tiere und Menschen darauf.

“Windräder verschandeln den Ausblick in der Natur”. Da kann ich nur fragen “schon mal ein Kohlekraftwerk gesehen?”. Und Kohlekraftwerke verändern unsere Wolken und verändern dadurch sogar unser Klima. Shit oder? Wer will denn das? Abgesehen natürlich von denen, die dadurch viel Geld verdienen.

Gefährden die erneuerbaren Energien unseren Arbeitsmarkt?

“Viele Menschen werden ihre Arbeit verlieren”. Ein beliebtes Argument der alternativlosen Alternative. Die Braunkohleindustrie in Deutschland beschäftigt noch 20.800 Menschen. Davon sind 2/3 über 50 und gehen vor 2030 in Rente.

Daneben werden viele neue Arbeitsplätze geschaffen durch die erneuerbaren Energien, dazu komme ich später nochmal. Meine Mutter sagte zu so was immer “hör auf ein totes Pferd zu reiten”. Die Braunkohle hat ausgedient.

“Wenn wir auf erneuerbare Energien umstellen, erleben wir ein Blackout. Ich habe keine Lust bei Kerzenlicht zu sitzen” sagt meine Verwandte. Das klingt irgendwie falsch – Kerzenlicht ist etwas wunderschönes. Auf meinen Reisen habe ich schon oft Blackouts erlebt, am krassesten waren sie in der Großstadt New York. Perfekt war der Zustand nicht, aber auch nicht schlimm. In Afrika stand es an der Tagesordnung, man hat sich daran gewöhnt, alles nicht schlimm. Alle wichtigen Institutionen haben Notstrom. Aber selbst wenn wir darauf beharren, dass es sowas nicht geben darf. Was passiert bei 100% erneuerbaren Energien. Ist das Blackout eine berechtigte Angst?

Erneuerbare Energien sind Wetterabhängig. Momentan schwankt deren Leistung zwischen 10% – 90% der gesamten deutschen Stromversorgung. Was aber eine spannende Konsequenz hat, der Strom wird europaweit gehandelt. Erwartet man also weniger Strom zu produzieren, kann man spontan neuen Strom dazu kaufen, der innerhalb von 5 Minuten im Einsatz sein kann. Das finde ich faszinierend!

Die Angst vor dem Blackout

Und die Blackoutgefahr? “Wie der Energiemix aussehen könnte ohne die Rund-um-die-Uhr-Energieversorgung zu gefährden hat indes ein Hochleistungscomputer errechnet. Die Ergebnisse machen deutlich, welcher Energiemix in der jeweiligen Region zum Erfolg führt. In Deutschland etwa könnte der Großteil der Energie aus Wind- und Solarenergie gewonnen werden, der Rest aus Wasserkraft, Biomasse und Geothermie… Um die fluktuierende Wind- und Sonnenenergie zu speichern, werden laut Studie synthetische Kraftstoffe zunehmend eine Rolle spielen, etwa Wasserstoff.” berichtet das energiezukunft Magazin.

Die wirtschaftliche Seite dazu ist auch interessant: „Früher war es so, dass typischerweise nur große Stromproduzenten und Stromversorgungsunternehmen, sowie einzelne Industriekunden am Markt aktiv waren. Wir sehen inzwischen, dass zunehmend mehr kleinere und mittelgroße Unternehmen im Markt aktiv sind, insbesondere im Zusammenhang mit der Einspeisung von Erneuerbaren Energien.” berichtet der Deutschlandfunk.

Natürlich gibt es deswegen auch Gegner des Energiewandels – u.z. die Großen, die jetzt an Macht verlieren.

Eine neue Studie hat erwiesen, dass bei 100% erneuerbaren Energien, die Treibhausemissionen des Energiesektors auf 0% zurück gehen können. Was für ein Lichtblick.

Ich glaube der Punkt ist unstrittig. Erneuerbare Energien, das liegt auch AfD Wählern am Herz, denn keiner will verpestete Luft einantmen. Auch die sind nicht perfekt und die Nebeneffekte sind auch nicht geil, aber im Vergleich dazu tolerierbar.

Wem gehört die Welt?

“Die Massen sehen nicht wer die Strippen in der Hand hält” sagte die AfD-Argumente Befürworterin zu mir. Das stimmt. Da hat sie Recht. Es gibt ein tolles Buch “Wem gehört die Welt” von Hans-Jürgen Jakobs. Da steht sie drinnen, die traurige Wahrheit. Die Massen sehen es in der Tat nicht und kaufen weiter bei Amazon, googlen weiter auf ihren iPhones, chatten via Facebook, shoppen bei H&M, …

Das meiste Geld sitzt noch in der Finanzindustrie – Banken, Vermögensverwalter, Pensionskassen und Verischerungen, Staats- und Hedgefonts, Private Equity. Danach kommt der Handel, Chemie, Öl, Logistik und Stromversorger. Auch die Digitalindustrie wird immer mächtiger. Das Silicon Valley ist dabei die neue Supermacht zu werden.

Die Zahl der Milliadäre hat sich von 2010 auf 2018 mehr als verdoppelt, laut Oxfam. Die Schere geht weit auseinander. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr Vermögen als die unteren 99 Prozent zusammen. 82% des weltweiten Wachstums fließt zur Zeit in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung.

Das macht mich so wütend! Es sterben jeden Tag tausende an Menschen vor Hunger! Wieso kümmern sich diese paar Prozent denn nicht?

Was kann man dagegen tun? Es gibt bestimmt viele Ideen hierzu, aber das naheliegendste wird sein: Konzernen und Reichen die Steuervermeidung erschweren. Vor allem ist die Staatengemeinschaft gefordert eine sinnvolle Globalisierung der Steuerbescheide zu entwerfen.

Ich würde sagen: Wer so viel Geld hat, muss in die Verantwortung gezogen werden globale Problem zu lösen. Eine Beate Heister, von Aldi Süd, die reichste Person in Deutschland, sollte statt nur die Interessen der Familie Albrecht zu wahren, anfangen die Interessen der Menschen im Land zu wahren und die Steuern ordentlich zahlen. Dem normalen Steuersatz über das 20 Milliarden hohen Erbe entkommt sie nämlich, indem sie es in eine Doppelstiftung gewandelt hat. Und auch sonst, was geht da so Beate? Merkste was?

Wir kleinen Leute

Aber Änderungen daran liegen erst Mal nicht in unserer Hand.

Wir “kleinen Leute” können uns aber überlegen – wem gebe ich mein Geld? Mein Kaufbeleg ist wie ein Stimmzettel, für die Welt in der ich leben möchte.

Welcher Bank gebe ich mein Geld? Eine mit nachhaltigen Werten, die die Gemeinschaft im Blick hat? Ich kann versuchen die Öl Industrie nicht zu unterstützen, durch z.B. weniger Auto, Internetshopping, Fliegen und Plastik. Welchem Markt gebe ich mein Geld, einem der Gifte auf mein Essen spritzt, oder einem der nachhaltig forstet? Ich kann Bürgerinitiativen beitreten und mich einsetzen. Ich kann eine Politik wählen, die diese Systeme nicht unterstützt und sich für Bildung einsetzt. Leider ist die AfD da ganz klar raus, sorry. Aber ihr Menschen seid noch da, ihr tollen Menschen, mit dem guten Herz!

Wer demonstiert denn hier?

Die Verwandte erklärte mir, dass Leute die beim Hambi demonstriert haben, aber auch Greta Thunberg etc. reiche Kinder seien, die nicht wissen wie hart es sein kann, wenn man diese Privilegien nicht hat und wenn man um seinen Job kämpfen muss.

Ich selber habe beim Hambi demonstiert, selbst ohne wohlhabendes Elternhaus. Aber es stimmt, es gibt eine lange Tradition der Bildungsschicht zu demonstrieren und auf Missstände hinzuweisen. So ist z.B. auch die französische Revolution entstanden. Und ja, wahrscheinlich sind die Interessen der Bildungs- und Einkommensstärkerenschicht nicht stellvertretend für die ärmeren Schichten.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung: “Es wäre plausibel anzunehmen, dass mit wachsender sozialer Ungleichheit gerade die Stimmen derjenigen lauter werden, die von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzt werden. Wut und Frustration würden sich in diesem Fall in politisches Engagement übersetzen und sich beispielweise in Form von Straßenprotesten äußern.

Dies ist jedoch in Deutschland nicht der Fall. Hier führt soziale Ausgrenzung vor allem zu Hoffnungslosigkeit, Desinteresse und Passivität…

Bildung ist in vielerlei Hinsicht entscheidend für die Lebens- und Teilhabechancen der Menschen in unserer Gesellschaft. Nicht nur die zukünftigen Berufsmöglichkeiten, das Einkommen oder etwa das Risiko, arbeitslos zu werden, hängen hierzulande stark vom erreichten Bildungsabschluss ab, sondern auch die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren – nicht zuletzt in politischen Belangen.”

Die Politik erkennt unsere Probleme nicht an

Es reicht von politischer Seite nicht aus, wenn sie die Probleme und Belange der unteren Bildungsschicht nicht erkennt und berücksichtigt.

Wen kümmert Umwelt, wenn es ums Überleben geht? Es muss ja nicht das blanke Überleben sein, aber wenn man sein Leben lang hart schuftet, dann kommen auch noch die Wohlhabenden und wollen, dass wir uns nichts mehr gönnen und Verzicht ausüben um nachhaltiger zu sein, dann kann man schon mal wütend werden.

Oder wie man z.B. an dem Thema Flüchtlinge erkennen kann. Der Lebensmittelpunkt der unteren Bildungsschicht ist häufig ihr Wohnviertel. Der Nachbar des Pro-Flüchtlings Politikers ist nicht Joseph der Flüchtling aus dem Sudan. Joseph ist der neue Nachbar von der Familie Schmitt in den Sozialwohnungen. Die Angst um Job und Familie ist ein Thema, dass mehr Präsenz in der Politik braucht. Und auch Joseph braucht Schutz und Verständnis. Aber ein Mediator wurde nicht mitgeliefert. Und so kommt es zu immer größeren Diskrepanzen.

Was können wir tun? Das Kernproblem ist die Bildungsdiskrepanz und die Armutsschere. Das Thema bietet keine Übernachtlösungen. Aber was wir sofort tun können, ist selber zum Mediator werden. Versuchen, die Parteien an einen Tisch zu bekommen. Miteinander reden und wenn einer kein Deutsch spricht, gibt es vielleicht Helfer die übersetzen können.

Alle Menschen in Deutschland sollten sich willkommen und erhört fühlen von der Politik!

Sie zerstören unsere Industrie und Arbeitsplätze. Gleichzeitig nehmen sie Flüchtlinge auf. Ist das so?

Es werden zur Zeit Arbeitskräfte in Rekordhöhe gesucht. Vor allem die Jobs ohne Studium finden keine Nachkommen. Elektriker, Köche, Installateuere, Pflegepersonal, Erzieher … überall werden Leute gesucht.

Meine Verwandte sagte: “Automobilindustrie, Chemieindustrie, Kraftwerkindustrie, Braunkohleindustrie, Grundstoffindustrie machen dicht, bzw verlassen das Land. Abertausend Arbeitsplätze gehen verloren. Und dann lassen wir noch die Flüchtlinge rein, die Geld kosten.”

Die Industrie hat gepennt!

Da ich das Treiben unserer Industrie schon seit langer Zeit kopfschüttelnd beobachte, habe ich hierzu eine ganz klare Meinung. Die Industustrie hat gepennt. Sie haben lange am Althergebrachten festgehalten und jegliche Züge verpasst. Ja, hier kommt der Vorwurf aus verschiedenen Lagern “die Ü60, Altherrengesellschaft macht uns die Zukunft kaputt mit ihrer ‘bis zu Rente schaffe ich es noch’ Einstellung”. Hier muss man auch dem Staat vorwerfen, dass er die letzten Jahre, als es Deutschland so gut ging, nicht in die Zukunft investiert hat, sondern das Geld nutzte Ausgedientes am Leben zu erhalten, wie die Kohleindustrie. Die Wirtschaft hat falsch agiert und die Politik hat falsche Anreize unterstützt.

Die Evolution der Industrie

Meiner Meinung nach, brauchen wir trotzdem keine Angst haben. Es ist in der Geschichte der Wirtschaft immer schon so gewesen. Dinge entwickeln sich weiter. Es geht lückenlos mit Neuen Erfindungen weiter. Beispielsweise erwartet VW der mit Abstand größte E-Auto Lieferant zu werden. Laut dem Handelsblatt “könne dies zur Schaffung von rund 120.000 zukunftssicheren Arbeitsplätzen in der EU“ sorgen, mit Deutschland als wichtigsten Produktionsstandort.

Das Magazin energiezukunft schreibt: “Ein zu 100 Prozent erneuerbares Stromsystem könnte weltweit 35 Millionen Menschen beschäftigen, schätzen die Forscher. Die rund 9 Millionen Arbeitsplätze im weltweiten Kohlebergbau aus dem Jahr 2015 würden bis 2050 komplett eingestellt und durch mehr als 15 Millionen neue Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbare-Energien-Branche kompensiert. Die Arbeitsplätze im Stromsektor würden sogar wachsen, weltweit bis 2050 um 15 Millionen Stellen.”

Eine Frage des Anstands

Die Flüchtlinge nicht reinlassen ist keine Lösung. Hätte der Westen sich nicht über Jahrhunderte in den Flüchtlingsländern negativ ausgewirkt und wäre er nicht immer noch daran beteiligt, gäbe es diese Flüchtlinge nicht. Was man kaputt macht, muss man wieder gerade biegen – das ist der Gesellschaftliche Konsens. Das ist Anstand. Deswegen gibt die BRD gerade auch in Rekordhöhe Geld für das Thema aus. Nämlich gar nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland um die Ursachen an der Quelle zu beseitigen. Noch ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Und das wahre Problem steht erst noch bevor. Der Klimawandel verschärft die Situation, gerade in den Ärmsten Regionen werden Menschen durch Naturkatastrophen und steigendem Meeresspiegel aus ihrer Heimat vertrieben. Man erwartet 280 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050. Und das wird dann auch unser Problem. Ein weiterer Grund unbedingt das eigene Verhalten anzupassen und den eigenen CO2 Ausstoß zu mindern.

Was kostet ein Flüchtling?

Aber was ist mit den Kosten für Flüchtlinge? Meine Verwandte sagt: “Ein einziger minderjährige Flüchtling kostet 8400.-, für einen deutschen Minderjährigen werden 100 Euro aufgewendet, Schule etc.”

Die Kosten pro Flüchtling variieren stark je nach Region. In diesen Kosten sind Essen, Miete, Personal, oft auch Sprachkurse etc. inbegriffen. Laut Berliner Morgenpost: “Während man in Saarlouis im Schnitt 288 Euro pro Monat und Flüchtling zahlt, gibt die Stadt Leipzig 388 Euro aus, Bochum 1250 Euro…”.

Das ein Flüchtling so viel Geld kostet, finde ich erst Mal nicht weiter Besorgnis erregend. Was mich aber ärgert, ist das die Last nicht fair verteilt wird.

Es ist keine Lösung zu sagen, Tür zu und es bleibt alles wie es ist.

Nein! Wie es ist, ist es nicht gut – denn auch jetzt haben wir diese Probleme nur nicht hinter dem Deckmantel der Flüchtlingskrise.

Die Last zahlt immer der ordentliche Steuerzahler. Und nicht die Superreichen und Konzerne. Ob das die Kosten der Umweltschäden von Kernkraftwerken und der Kohleindustrie sind oder gekonnt genutzte Steuerlücken sind.

Vergesst Flüchtlinge. Hier geht das Geld verloren:

Genau jene Superreichen und Konzerne versuchen unseren Blick immer wieder in die andere Richtung zu lenken. Immer auf die Schwachen. Aber die sind nicht das Problem. Sondern die, die ihre Steuern nicht fair zahlen und damit eine viel höhere Last sind als alle Flüchtlinge zusammen. Spiegel-online berichtete schon vor der Flüchtlingskrise 2013: “Allein in der EU gehen den öffentlichen Kassen laut Schätzungen jedes Jahr eine Billion Euro durch Steuervermeidung verloren”.

Ohne Bildung zerstören wir uns die Basis eines mündigen Volks

Kosten für Flüchtlinge, kommen aber auch in anderer Form. Wir haben zu wenig Kita und Schulplätze. Ein riesen soziales Problem, wofür es noch keine hinreichenden Lösungsvorschläge gibt. Auch hier spielt die Steuervermeidung der Konzerne eine riesen Rolle. Allerdings liegt ein weiteres Problem vor. Es liegt nicht am politischen Willen, als mehr an Fachkräftemangel. Wir können also selber Erzieher werden, oder uns dafür engagieren, andere darüber zu informieren, die sich dafür interessieren könnten.

Ja, ich verstehe, dass sich deutsche Steuerzahler ärgern, wenn sie ihr Leben lang buckeln und dann bekommen sie keinen Schulplatz für ihr Kind, weil u.a. Flüchtlingskinder auch Platz brauchten. Das ist bitter. Aber nochmal – da kann das Flüchtlingskind nichts für.

Hier ist dringendes und schnelles Handeln aber gefordert! Denn wie wir weiter oben schon erfahren haben, ist Bildung der Auftakt für gesellschaftlicher und soziale Gleichheit und Gerechtigkeit.

Gemeinsam mit den USA

Die westliche Welt muss Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Wir haben es mit Kollateralschäden zu tun, die wir verursacht haben und das ist der Preis dafür. Leider ist mit “wir” nicht nur Deutschland, sondern die ganzen westlichen Länder gemeint, allen voran die USA. Das gefährlichste und kriegerischste Land. Es ist aber NATO Partner – also nicht offiziell Feind und nicht angreifbar.

Das Flüchtlinge Geld kosten, ist kein Gegenargument. Sie sind der Preis für etwas, was wir früher hätten Bemängeln müssen. Aber das die Kosten am Schluss der Steuerzahler trägt, sollte uns in einen stärkeren Dialog mit unseren Wirtschaftsmächten und der Politik bringen. Die AfD möchte sich der Verantwortung einfach komplett entziehen und tut so, als hätte sie einfache Lösungen parat. Aber die AfD Pläne sind keine Dauerlösung und würde nur kurzfristig Abhilfe verschaffen. Außerdem sind sie aus menschlicher Sicht nicht befriedigend.

Nur zusammen erreichen wir unsere gemeinsamen Ziele!

Deshalb sollten wir uns alle vereinen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Uns konstruktiv verhalten und Einfluss nehmen. Wir alle – gebildet, arm, reich, geflüchtet, heimisch – wir müssen gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten. Der Schutz der Erde gehört ganz natürlich dazu, denn wir brauchen alle frisches Wasser ohne Mikroplastik und Chemie, sowie Luft zum atmen ohne Radioaktive- und Feinstaubbelastung. Wir kommen nicht drum herum unseren Konsum zu hinterfragen und faire Löhne für die Arbeiter auf der ganzen Welt zu fordern. Aber das muss trotzdem nicht in kompletten Verzicht münden. Die Kreislaufwirtschaft boomt! Kleiderkreisel, ReBuy und co werden immer größer. Neue Wirtschaftszweige und Modelle wie Kooperativen entstehen. Es gibt Hoffnung und Wege, diese bessere Zukunft gemeinsam zu erreichen.

Auf die gemeinsame Zukunft.

PS: Wer den Walrössern helfen mag, sollte seinen CO2 Fußabdruck reduzieren. Wer zusätzlich unterstützen möchte, kann hier spenden.

Auszug der Quellen:

Quellen zum Thema menschengemachter Klimawandel

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